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Spyware in In-App-Werbung entlarven

Spyware in In-App-Werbung entlarven

Folgende Sachlage: Smartphonebesitzer sind geizig. Ja alle. Na gut, nicht alle. Aber eine große Masse möchte möglichst wenig oder am besten kein Geld für Apps ausgeben. Was machen also die Unternehmen im mobile App-Geschäft? Richtig, sie schalten Werbung in den Apps.

Oft ist Freemium/Free auch die einzige Option, oder es gibt per se keine Möglichkeit die Werbung in einer App mit Käufen o.ä. loszuwerden. Mehr als die Hälfte aller Apps auf Android macht von Werbenetzwerken und Werbeanbietern Gebrauch, die sich logischerweise auf die Vermarktung über Smartphones spezialisiert haben. In der Regel stellt dies kein Problem dar, doch leider gibt es auch hier einige Schafe mit etwas dunkleren Schwarztönen.

Viele Werbeanbieter ziehen sich über die jeweiligen Apps mal eben sämtliche Kontaktdaten des Nutzers, ohne eine explizite Erlaubnis dafür einzuholen. Addressdaten sind bekanntlich ein kostbares Gut für jede Sales-Pipeline. Wenn nun noch die Daten eine gute Deckung zu einer Zielgruppe aufweisen, sind sie noch mehr wert. Einige Anbieter gehen noch aggressiver vor und machen sich kreative Techniken zunutze, um Beispielsweise die Werbung über Push-Notifications anzeigen zu lassen wenn der User sich außerhalb der betroffenen App befindet. Andere ändern die Startseite im Browser, fügen ungefragt Homescreen-Icons hinzu oder sammeln fröhlich verschiedenste Informationen über das Gerät, den Nutzer oder seine Kontakte.

Die Sicherheitsanalysten bei Lookout Mobile Security haben eine lange Reihe an Apps analysiert und fanden dabei 5% mit aggressiven Werbemaßnahmen vor. Wenn die Summe der Downloads dieser 5% betrachtet wird, stehen wir vor einer Zahl mit 7 Nullen: Insgesamt 80 Millionen Downloads der betroffenen Apps wurden getätigt.

Androidnutzer sind in Google Play vor allem mit Spielen, Unterhaltungsapps und an oberster Stelle mit Personalisierungsapps betroffen. Diese umfassen beispielsweise die zahlreichen Wallpaper Apps, welche oftmals bereits von Weitem äußerst unseriös aussehen. Da die Welt der Smartphones stets noch vielen Menschen etwas verschlossen bleibt und oftmals aus persönlichen Zeitgründen nur oberflächlich erforscht wird, landen die Apps mit aggressiven Werbemaßnahmen bei der Zielgruppe mit der niedrigsten Hemmschwelle für Installationen und Scams. Es ist zu vermuten, dass es sich dabei um den Typ Mensch handelt, der in seinem Browser nur noch 20% des Seiteninhalts sieht, weil der Rest von Toolbars eingenommen wird. Aber auch Power-User können betroffen sein, was sich immer wieder bewiesen hat. Denn zahlreiche Apps ohne Betrugshintergrund sind mit aggressiven Werbemaßnahmen gespickt.

Android-User können mit dem Lookout Ad Network Detector (kostenlos) prüfen, was ihre Apps so alles heimlich anstellen.

Ich persönlich habe nichts gegen Werbung, finde aber Eingriffe in die Privatsphäre völlig inakzeptabel, vor allem wenn sie derart ungefragt auftreten. Leider ist der Status Quo eben diese Situation, es liegt an den Nutzern daran etwas zu ändern. Einen Boykott von betroffenen Apps halte ich jedoch für unwahrscheinlich, wenn es sich um “wichtige” Mainstream-Apps handelt.

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