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Interview: DayZ-Macher Dean “Rocket” Hall

Interview: DayZ-Macher Dean “Rocket” Hall

Auf der Gamescom hatten wir die Chance den Lead Developer einer aktuell sehr beliebten Zombie-Mod für Arma 2 zu treffen: Dean “Rocket” Hall. In einer handvoll Minuten konnten wir einige knappe Fragen unterbringen, um die neuesten Infos zur Mod namens DayZ einzuholen.

DayZ handelt von einer post-apokalyptischen Welt, die durch einen Zombie-Outbreak entstand. Spieler finden sind an der Küste von Chernarus wieder, einem 225 Quadratkilometer riesigen Terrain, welches auf echten Karten russischer Areale basiert. Knapp die Hälfte der Spielwelt ist mit Wäldern bedeckt, im Rest finden sich offene Felder, Berge und Städte verschiedener Größen.

Interview mit Dean “Rocket” Hall und allgemeine Bildeindrücke von der Gamescom 2012:

Die Spieler müssen ihren Charakter mit Nahrung, Medikamenten und Getränken versorgen. Für das spätere Überleben sind auch gelegentliche Bluttransfusionen oder Morphinspritzen nötig, die bei einer heftigen Knochenfraktur die Mobilität des Spielcharakters wiederherstellen können.

Überleben um jeden Preis? DayZ als sozio-psychologisches Experiment

Der Fokus bei DayZ liegt auf der Immersion, dem Eintauchen in die Spielwelt. Es gibt wenig Rohstoffe, wenig Munition, wenige Tiere die zu Ernährungszwecken gejagt werden können. Auch die Verarbeitung zu einem gegrillten Steak benötigt gewisse Gegenstände (Messer, Axt, Streichhölzer). Wasser wird in Trinkflaschen gesammelt und kann von Süßwasserseen abgeschöpft werden. Wer sich schon immer für Survival interessierte und aktuelle Shooter zu leicht und stumpfsinnig findet, wird in DayZ ein einzigartiges Erlebnis vorfinden.

Keine festgelegten Ziele: Spieler definieren das Spiel selbst

DayZ hat keine konkreten Ziele, es geht in erster Linie um das Überleben. In zweiter Linie geht es um spielerische Freiheit, um die eigene Interpretation des Spiels. Während einige Spieler sich als “Bandits” auf das Überfallen und Töten anderer Mitspieler spezialisiert haben, suchen Andere auch mal die Ruhe der Wälder auf und jagen Tiere, um ihr Überleben zu sichern. Vom einzelnen Wanderer bis hin zu organisierten Kleintruppen á la GSG9 habe ich bereits alles sehen können. Vehikel spielen auch eine gewisse Rolle in DayZ, obgleich sie aktuell noch buggy sind und beim erneuten Einloggen unerwünscht verschwinden können. Um ein Fahrzeug zu bergen, muss dieses zunächst mit Teilen repariert werden. Diese Ersatzteile finden sich oft dutzende Kilometer enftfernt vom gestrandeten Vehikel – umso freudiger ist der Fund eines vollgetankten Jeeps anderer Spieler. Vom Fahrrad bis zum Helikopter ist alles dabei, um den langen Fußweg abkürzen zu können. Ohne Sprit läuft jedoch nichts, außer beim Fahrrad natürlich.

Umständliches Inventory, komische Animationen, dennoch hoher Suchtfaktor

Wer DayZ das erste Mal spielt, wird sicherlich verwirrt um die Steuerung sein, die von Arma geborgt wurde. Das Inventarmenü ist der nächste Stolperstein. Dann die ungewollt komischen schnellen Zombiebewegungen (Animationsfehler) und das abrupte Verlangsamen sobald die Zombies ein Gebäude vertreten. Es ist alles ein bisschen bizarr, aber gleichzeitig ein hochgradig kohärentes Mikrouniversum auf dem virtuellen russischen Festland.

Aktuell ist das Spiel in der Alpha und leider auch von Cheatern geplagt, da das darunterliegende Spiel Arma II sehr scriptingfreundlich ist – klar, eine Kriegssimulation (die übrigens auch vom Militär verwendet wird) sollte natürlich den Spielern die Möglichkeit bieten, schnell mit einigen Zeilen Script ein bestimmtes Kriegsszenario nachzuempfinden. Eben wegen den Cheatern drängt nun die Zeit, DayZ soll ein eigenständiges Spiel werden.

Die Verhandlungen zur Standalone-Variante von DayZ sind abgeschlossen. Bohemia Interactive und Dean Hall sind nun über die Randparameter der Durchführung einig geworden und wir können noch vor Ende diesen Jahres mit einer vollblütigen DayZ-Version als alleinstehendes Spiel rechnen. Hall gab gegenüber der Kollegen bei Rock Paper Shotgun als Zeitrahmen ungefähr Ende November an.

Wurzeln in ARMA und Operation Flashpoint

Im Projekt ist übrigens unter anderem auch Ondra Spanel involviert, welcher der leitende Programmierer zur Zeit von Operation Flashpoint und Arma 1 war. Somit sollte dem Anpassen der Real Virtuality Engine nichts im Wege stehen.

Für das Standalone ist der Ausbau der Spielwelt Chernarus geplant, es sollen neue begehbare Gebäude und teilweise komplett neue Areale hinzukommen. Dean Hall spielt auch mit dem Gedanken bald instanzierte Untergrundbasen mit ins Spiel zu bringen, die von Spielern aufgebaut und mit Technologie versehen werden können. Beispielsweise sollen Obst und Gemüse in hydroponischen Anlagen kultiviert werden können, aber auch Sicherheitssysteme können vielleicht bald von Dieselgeneratoren Saft erhalten und die Spieler schützen.

Im nächsten großen Update der Mod, noch vor dem Standalone Spiel, werden sich übrigens auch die auf der Gamescom präsentierten Hunde finden, die dem Spieler als Supportcharakter und Kumpane dienen. Auch die Hunde sollen Bedürfnisse wie z.B. Nahrung haben und können recht schnell sterben, wenn sie getroffen werden.

Wir berichteten übrigens hier bereits über DayZ, die Installation und co.

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