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Microsoft attackiert weiterhin Google: Scroogled, Mark II

Microsoft attackiert weiterhin Google: Scroogled, Mark II

Die Herrschaften bei Microsoft sind in letzter Zeit dabei ihr Öffentlichkeitsbild zu überarbeiten und zu formen. Mit dabei ist nun Teil 2 der Anti-Google-Kampagne des Riesen aus Redmond, Washington. Das Wall Street Journal berichtet von politischer Aktivität der Microsoftler, die explizit auf Google abzuzielen scheint.

Ein Gesetzentwurf aus dem Januar dieses Jahres könnte bald die kommerzielle Verwertbarkeit der Netzaktivität bzw. Computeraktivität von Kindern an öffentlichen Schulen einschränken. Google ist bekanntlich stark involviert im Data Mining Geschäft, das Unternehmen nutzt sämtliche Produkte als Datenquellen für neue Erkenntnisse, Verbesserungen in Produkten und als Richtlinie für neue Produkte.

Spioniert Google Apps for Education die Schüler unrechtmäßig aus?

Google’s Bemühungen in Google Docs liefern Schulen eine vergleichsweise günstige Alternative zu Microsoft Office, was letzterer Partei sicher nicht gefallen dürfte. Also setzt sich Redmond für eine Lösung per Legislatur ein – Google soll nichts mit den Daten der Kids anfangen dürfen, zumindest nicht für personalisierte Werbung oder anderweitige kommerzielle Zwecke.

Dieser Schachzug markiert laut dem WSJ eine weitere Front in der langfristig aktiven Schlacht zwischen den Softwarerivalen, in welcher Microsoft als der Part mit der größten Öffentlichkeitsaktivität heraussticht. Neben der “Internet Explorer ist gar nicht so uncool”-Kampagne fuhr die PR-Abteilung von Microsoft bekanntlich auch ein Programm namens “Scroogle”, das die Shopping-Ergebnis-Moral von Google in Frage stellte. Bing seie dahingehend schließlich redlich und vernünftig. Mit der Mail-Frage geht die Scroogled-Kampagne in die nächste Phase.

Ein Microsoft-Pressesprecher äußerte sich zu diesem Thema wie folgt:

“We believe that student data should not be used for commercial purposes; that cloud-service providers should be transparent in how they use student data; and that service providers should obtain clear consent for the way they use data. We expect that students, parents and educators will judge any proposed legislation on its merits.”

Google’s Produkte könnten tatsächlich wesentlich eindeutiger zu interpretieren sein, wenn es um den Verbleib und Verwendungszweck von Kundendaten geht. Aber so geht es fast jedem größeren IT-Konzern, der im B2C-Bereich agiert. Immerhin hat Microsoft eine Partnerschaft mit Alexa, der legalen Browser-Spyware Nummer 1 – die auch in Schulen mit dem oftverwendeten Internet Explorer ihr Werk verrichtet und Surfgewohnheiten ausspioniert.

Die Entscheidung steht noch aus

Wenn der Gesetzesentwurf so durchkommt, wird Google weiterhin die Daten aus Google Apps for Education bzw. Google Docs verwenden können, jedoch nicht für direkte kommerzielle Zwecke. Beispielsweise dürfen besagte Daten dann zum Feintunen von Spam-Filtern und den sogenannten Priority Inboxes (automatische Regeln zur Sortierung von Mails) verarbeitet werden.

Google sieht die Sache natürlich anders, immerhin sei die komplette Education Suite ihrer Produkte frei von Werbung und somit ganz anders ausgerichtet. Microsoft kommentierte richtigerweise, dass damit noch lange nicht der Verbleib der Kundendaten besprochen sei. Ein Sprecher für Google Inc. wollte sich zum Gesetzesentwurf nicht äußern.

Aussagen wie “My bill just protects our kids from having their information abused” klingen für mich schon sehr nach Deutschland und der Datenschutzdebatte, die hier weitaus blutiger ausgefochten wird als in den Staaten. Eine Umstellung auf Opt-In Data Mining, also eine Pflicht für die aktive Erlaubnis der Schüler (und gegebenenfalls der Eltern als Kontrollinstanz) zum Verarbeiten ihrer Daten auf Wunsch, wäre vermutlich die beste und demokratischste Lösung.

Die Entscheidung steht noch aus

Oder was meint ihr? Unsere Redaktion nutzt überwiegend GMail für ihre Korrespondenzen und ich habe es auch privat nie bereut, dass Google gezielte Werbung auf Basis meiner Mailinhalte einstreut. Immerhin ist gezielte Werbung besser als der Viagra und Cialis Quatsch in Spamwellen der frühen 2000er. Oder Sawaka-Mails, die von nigerianischen Prinzen handeln. Wer zudem sensible Daten oder rechtlich bedenkliche Inhalte per Mail übermittelt, sollte vielleicht sowieso ein wenig Kryptografie in Anbetracht ziehen.

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