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elementary OS: Mehr rausholen mit Tweaks und Themes

elementary OS: Mehr rausholen mit Tweaks und Themes

Eigentlich ist elementary OS schon out-of-the-box brauchbar für die meisten User, gar eine Offenbarung nach dem Anblick einiger Mauerblümchen-Shells unter Linux mit inkonsistenten Designs und fragwürdigem UI-Geschmack. Außerdem läuft es flotter als Ubuntu, ist recht gut optimiert und nutzt standardmäßig bereits das preload-Paket, das intelligent die häufig genutzten Anwendungen in den Arbeitsspeicher lädt. So weit so gut.

Was aber, wenn ihr gerne einige Anpassungen vornehmen möchtet, auf dem Notebook etwas Energie sparen wollt oder nach einem schlanken CLI-Ersatz für den fehlerbehafteten Dropbox-Client sucht? Selbst kleinere Anpassungen wie die Wahl des Fenster-Themes und UI-Themes wurden standardmäßig vor den Usern von elementary OS versteckt.

Die Philosophie dahinter leuchtet ein, es geht ja um Minimalismus und Geschwindigkeit, weswegen standardmäßig auch nur ein Theme für die Shell installiert ist. Außerdem spart so eine Maßnahme lästige Supportanfragen von Einsteigern, die sich mal eben alles kaputt konfiguriert haben.

Für Poweruser und solche die es noch werden wollen, gibt es hier eine kleine Übersicht. Zunächst sei Euch angeraten, die Community PPA für elementary OS hinzuzufügen, die sämtliche interessanten Extras und einige Zusatzanwendungen in elementary Optik enthält.

Dafür schießen wir die folgende Zeile in das nächstbeste Terminal:

sudo add-apt-repository ppa:versable/elementary-update && sudo apt-get update

Der zweite Befehl nach dem Hinzufügen des Repositories bringt das Cache auf den neuesten Stand, damit die späteren Pakete auch gefunden werden. Von da aus können wir dann installieren, was das Zeug hält. Eine komplette Übersicht gibt es bei Elementary Update. Sämtliche Pakete lassen sich ganz einfach mit apt-get installieren, der Befehl dazu lautet wie folgt:

sudo apt-get install PAKETNAME

Und für Paketname tragen wir dann logischerweise den Namen des jeweiligen Paketes ein, das wir gerne installieren möchten. Das geht bequem per Copy & Paste, eingefügt wird im Terminal mit Ctrl + Shift + V oder der mittleren Maustaste. Mehrere Pakete können auch in einem Rutsch installiert werden, dazu hängt man die Bezeichnungen einfach an und trennt die Pakete jeweils mit einem Bindestrich.

Bevor wir hier weitermachen, würde ich vorschlagen dass Ihr (sofern nicht schon geschehen) zunächst alles Bestehende mit Updates und Upgrades versorgt. Das geht zum Beispiel so:

sudo apt-get upgrade && sudo apt-get dist-upgrade && sudo apt-get -f install

Zusätzliche Themes á la Mac OS X Lion und weitere Icons + elementary Tweak

Im Repository finden sich Themes für Plank, das flotte Dock von elementary OS. Außerdem verschiedene Themes für elementary/pantheon, die unsere grafische Oberfläche verändern.

elementary OS Lion Theme

Ganz wichtig: elementary Tweaks, das GUI Tweak-Tool für verschiedene Betriebssystemdetails. Darin lässt sich das Doppelklickverhalten anpassen, die Orientierung der Buttons an den Fensterrahmen, Themeselektion, Scrollrichtung und viele weitere kleine Details werden hier justiert. Das Tool ist entgegen Ubuntu Tweaks wirklich solide und weist keinerlei ungünstigen Bugs auf.

Ein erweitertes Icon-Set spendiert elementary OS zusätzliche Icons für Dritthersteller-Apps wie Steam, die etwas hübscher aussehen und sich in die Ästhetik des Betriebssystems einfügen.

Wer meine Installation nachvollziehen möchte, kann einfach die folgende Zeile übernehmen. Ich habe nicht alles installiert, was machbar ist, sondern eine Selektion getroffen mit der ich etwas anfangen konnte:

sudo apt-get install elementary-tweaks elementary-plank-themes elementary-lion-theme elementary-thirdparty-icons

Suchfunktion nachrüsten (für alle) und Menüleiste noch platzsparender machen (für Notebook-User oder Minimalisten)

Das deckt die optische Seite bereits ganz gut ab, jetzt geht es an die Funktionalität. Auf einem Notebook oder Netbook gibt es für gewöhnlich eher Platzmangel, weswegen wir die obere Menüleiste von etwas Speck befreien. Damit können wir vertikal nochmals die komplette Höhe der Menüleiste einsparen und im Vollbild-Modus ausgelassen im Netz browsen, oder den Platz anderweitig produktiv nutzen. Außerdem rüsten wir einen Suchindikator nach, der eine Spotlight-ähnelnde Suche in die Menüleiste packt.

sudo apt-get install indicator-synapse wingpanel-slim

Den schmalen Wingpanel (Menüleiste) können wir dann in elementary Tweaks aktivieren und beliebig konfigurieren. Die Menüleiste nimmt jetzt nur noch den tatsächlich benötigten Platz ein und kann entweder links, rechts oder mittig gedockt sowie von Vollbildfenstern unterlagert werden. Die Optik lässt sich mit einigen Presets auch konfigurieren.

Die Synapse-Suche wird mit Super+Alt+Leertaste aktiviert und arbeitet überaus zügig. Beide Erweiterungen werden spätestens nach einem Logout und Login vollständig aktiv.

Upgrademöglichkeiten für den Linux-Kernel in elementary OS

Für Kernel-Upgrades haben wir zweierlei Möglichkeiten. Entweder wir schnappen uns den Backport vom Ubuntu 13.04 Standardkernel via Apt mit:

sudo apt-get install linux-generic-lts-raring

oder wir installieren die .deb-Dateien von der Mainline-Kernel-Seite. Ich fahre momentan sehr gut mit v3.10.7-saucy.

Falls ihr keine Probleme oder Einschränkungen habt, gibt es keinen wirklichen Grund den Kernel auf den neuesten Stand zu bringen. Bei Hardwareproblemen macht es Sinn, aufgrund des kleinen Umfangs dieses Artikels werde ich hier jedoch nicht im Detail auf die Prozedur eingehen. Der Bootmanager GRUB erlaubt im

Programm-Tweaks und Alternativen für elementary OS

Midori ist ein ausgezeichneter Browser der auf meinem System keine Probleme hat, mit sämtlichen anderen Browsern den Boden aufzuwischen, wenn es um Performance geht. Standardmäßig ist aber kein Flash-Support eingebaut.

Wenn wir Adobe Flash aus irgend einem Grund benötigen und nicht verschmähen, kommen wir um dieses Script momentan nicht herum: Install Flash for Midori.

Damit kann auf 64bit und 32bit Systemen der Flash Player 11 für Linux nachgerüstet werden. Einfach das Script von Git klonen oder manuell herunterladen, ausführbar machen und starten. Bis jetzt hat sich dadurch an der Stabilität von meinem Midori-Browser nichts geändert.

Als letztes Schmankerl noch drei Tipps für Poweruser: Falls noch nicht bekannt, kommt ihr mit TLP und Powertop (am besten über die verlinkte PPA beziehen, da neuer) nahe an das Akku-Optimum eines mobilen Rechners.

Powertop von Intel zeigt in einer schönen Übersicht diverse Energiestatistiken und den aktuellen Wattverbrauch des Systems an.

Intel Powertop mit kompakter Wingpanel-Menüleiste

Mit TLP können ThinkPads und andere Notebooks von besserem Energiemanagement profitieren und die Akkulaufzeit verlängern, sowie die Systemtemperatur herunterschrauben. Die Konfiguration dauert bei guter Konzentration vielleicht 10 Minuten und bringt wirklich einiges. Hier ist noch ein schöner Guide dazu.

Ein letzter Tipp: Statt die Akkulaufzeit mit Dropbox zu belasten und sich über die wackelige GUI-App zu ärgern, kann man bei gelegentlichem und simplen Gebrauch á la “ich will mal was hochladen / ich will mal was runterladen” ohne den Browser zu öffnen auch über das Commandline Interface (CLI) mit einem Script auf Dropbox zugreifen.

Der Dropbox Uploader von Andrea Fabrizi in BASH-Skript-Form funktioniert hervorragend, braucht dank echter Dropbox-API-Anbindung keine Logindaten in unsicherer Form und führt Euch durch die Konfiguration.

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