Image Image Image Image Image Image Image Image Image Image
Scroll to top

Top

SteelSeries Flux Gaming Headset im Test (iDevice/iPhone-kompatibel)

SteelSeries Flux Gaming Headset im Test (iDevice/iPhone-kompatibel)

Das SteelSeries Flux Gaming In-Ear Headset hat eigentlich gar nicht so viel mit Gaming zu tun. Es ist kein Siberia Headset. Die wenigsten mobilen Gamer werden tatsächlich auf ihrem Tablet oder Smartphone eine Art von Audio-Kommunikation nutzen. Unterwegs tun sie dies sowieso aufgrund von schlechten Ping-Zeiten und/oder instabilen Verbindungen eher nicht.

Zum Telefonieren und für Videokonferenzen macht so ein Produkt doch gleich viel mehr Sinn – aber die Besitzer eines iPhone 5 haben doch schon ein EarPod-Headset? Wofür also noch einmal über 40 Euro ausgeben? Wir haben das SteelSeries Flux Gaming Headset getestet, um genau diese Frage zu beantworten.

Zuallererst handelt es sich bei dem Headset um ein Modell mit sogenannten In-Ear-Ohrhörern. Diese werden in den Gehörgang eingeführt, um einerseits bessere Schallisolation zu bieten und andererseits besseren Klang zu ermöglichen, weil Umgebungsschall ausgeblendet und Ohrhörerschall besser transportiert wird.

In Punkto In-Ear gibt es zweierlei Effekte: Entweder ist der Sitz stets komfortabel, oder aber die Bauweise erzeugt einen Über- bzw. Unterdruck durch zu starkes Abdichten. Leider ist beim SteelSeries Flux und meinem Gehörgang genau der letztere Effekt aufgetreten, was mitunter in der Hektik des Alltags ziemlich nervig sein kann. Bei allzu unbedachtem Einstöpseln (dabei ist egal, welche der drei Gummiüberzugsgrößen verwendet wurde) baut sich ein unangenehmer Druck auf, der an das Abheben im Flugzeug oder eine Tunnelfahrt erinnert. Für einen gleichmäßig verteilten Klang auf beiden Ohren wird also ein sorgfältiges Verschieben und Positionieren nötig, ansonsten wirkt das Klangbild etwas unausgewogen und seltsam balanciert. Dafür bleiben die Stöpsel dort, wo sie sein sollen, auch wenn man sich bewegt und die Kleidung gelegentlich am Kabel zieht.

Die Flux In-Ear-Ohrhörer verfügen über keinerlei Aufhängung, was jedes Wackeln am Kabel mit hundertprozentiger Sicherheit an die eigenen Ohren überträgt – somit sind sie für Sport oder starke Bewegungen ziemlich unbrauchbar. Das ist aber bei den meisten In-Ears der Fall, die nicht speziell für Sport ausgelegt sind. Manche Hörer können das Gepolter geistig ausblenden oder mit Musik übertönen, was ja eher nicht Sinn der Sache ist.

Ein großer Bonus sind die Kabel: Anstatt wie bei den meisten In-Ears in kreisrundem Querschnitt zum Verheddern vorbestimmt zu sein, sehen wir hier eine hübsche, matte, flache Variante. Das bewahrt das Kabel vor unfreiwilliger Verknotungsakrobatik und den Träger vor albernem Gefummel bei jedem Auspacken (es sei denn man setzt auf Tricks und Zubehör).

Der Klang an sich ist sehr knackig und höhenbetont, die Bässe halten sich stark im Hintergrund. Die Lautstärke lässt sich mit einem iPhone 5 bis zur Warnung hochdrehen, ohne ein empfindliches Gehör wirklich zu stören. Zu keiner Zeit klirrt der Klang, was mit einem breiten Repertoire von Oldschool Rap über Minimal bis hin zu Dubstep und Rock & Metal getestet wurde. Die Soundstage wirkt besonders klein, man hat stets das Gefühl aktuell Ohrhörer zu tragen. Insbesondere bei punkigeren Sounds kann die höhenbetonte Akustik des SteelSeries Flux Headsets dem Hörer irgendwann auf den Wecker gehen. Für den Test benutzten wir Spotify Premium mit höchster Streamingqualität, was in etwa 320 kbps MP3s entspricht. Da die subjektiven Limitationen der 13,5mm Treiber sich bereits hier offenbarten, haben wir auf einen FLAC-Test verzichtet. Die Akustik ist insgesamt in etwa mit den unnatürlichen Dre Beats zu vergleichen, nur dass eben hier der Bass fehlt. Im Vergleich zu den erheblich günstigeren, aber ohne Headset-Funktion ausgestattenen AKG 324 P ist der Klang aufgrund der leicht blechernen und undetaillierten Höhenwiedergabe (bei den Flux-Stöpseln) eine Enttäuschung.

Die Sprachqualität beim Telefonieren und Skypen ist hingegen gut bis sehr gut, die akustische Auslegung erleichtert das Verständnis des Gesprächspartners und der Partner verstand mich aufgrund des soliden Mikrofons sehr gut. Teilweise sogar besser als mit den ohnehin zum Telefonieren geeigneten Apple EarPods. Zum Aufnehmen von Audionotizen eignet sich das Headset ebenso, wie das von Apple beim iPhone 5 mitgelieferte Headset.

Hier drei kleine Sprachproben auf einer recht vielbefahrenen Straße:

Standard Apple EarPod Headset – iPhone 5

SteelSeries Flux Headset – iPhone 5

internes Mikrofon – iPhone 5

Die Fernbedienung besteht im Endeffekt nur aus einem einzigen Knopf, was die Lautstärkeregulierung nicht möglich macht. Siri und einfache Song-Steuerung sind damit trotzdem möglich. Etwas schade, wenn wir den Komfort eines kostenlos beigepackten Standardheadsets von Apple bedenken. Würden die Apple EarPods nicht so grauenhaft schlecht in meinen Ohren sitzen, wären sie für unterwegs ein netter Ersatz. Stattdessen setze ich weiterhin auf höherwertige In-Ears oder geschlossene/halboffene, vernünftige Kopfhörer.

Auch wenn mich die Flux In-Ears klangtechnisch nicht überzeugt haben: Akustik ist subjektiv. Für so manches Gehör mag dieser Klang bereits wohltuend sein. Außerdem ist die Verarbeitung qualitativ ansprechend, ein stöpselseitiger Kabelbruch lässt sich mit dieser Konstruktion eher ausschließen. Das nichtverheddernde Kabel ist eine Wohltat. Die schwarzmatten, gummierten Kabel sind praxistauglich. Das war es dann aber auch schon. Für etwas mehr als 40 Euro gibt es das Headset beispielsweise bei Amazon:

Für Menschen mit großzügiger Ohröffnung könnten die halboffenen EarPods mit luftigerem Klang und etwas mehr Bass vielleicht gar nicht so verkehrt sein, wenn man noch ein älteres iDevice besitzt:

  • Amazon-Partnerlink: Apple EarPods mit Fernbedienung und Mikrofon

Etwas mehr Hörspaß bei geringerem Preis, ein Mikrofon und eine Lautstärkesteuerung bieten diese AKG Plugs:

Solides Klangbild (auch noch im Budgetbereich bei knapp 50 Euro), gute Steuerung und ebenso iPhone-Support bietet dieses Modell von Sennheiser. Leider gibt es hier verstärkt Probleme mit Kabelbruch, also nichts für Menschen mit Umtausch-Aversionen:

Letztendlich entscheidet die eigene Präferenz über die Wahl bei Ohrhörern, wichtig ist in jedem Falle der Gedanke im Hinterkopf, dass die Dinger vermutlich nicht sehr viele Jahre bestehen bleiben. Die hohe mechanische Belastung führt bei fast allen Modellen zu Kabelbruch, der Tragekomfort lässt sich nicht mit guten Kopfhörern vergleichen und die Steuerung kann gerne auch den Geist aufgeben. Vielleicht ist es also weise, hier nicht allzu viel Geld zu investieren und einen guten Deal zu suchen.

Wie schaut es bei Euch aus, welche In-Ears präferiert Ihr denn so? Wie sind die Erfahrungen mit Kabelbruch, Akustik oder Tragekomfort? Schießt uns einen Kommentar rüber.

Bewertung

Klangbild
6.5
Tragekomfort
7
Schallisolierung
8.5
Sprachqualität
9.5
Preis-Leistung
6
7.5

Mittelprächtig

Wer also gerne ein Headset mit Schallisolierung hätte, kann zwar zum Flux-Modell von SteelSeries greifen, muss es aber nicht. Bei wem die EarPods passen: Kein Grund für ein Upgrade. Wer auch mit dem internen Mikrofon telefonieren kann: Lieber günstige und höherwertige In-Ear-Plugs kaufen. Wer wirklich Musik genießen will: Halboffene Kopfhörer oder sporttaugliche In-Ears wählen. Insgesamt ist das Flux Headset eine faire Packung für den Preis, aber weder für Sportler, noch für Audiophile wirklich geeignet. Ihr bekommt ein robustes Set mit hoher Langlebigkeit und guter Verarbeitung, aber eben Abstrichen in den anderen Bereichen.

Nichts verpassen: Besucht uns auf Facebook, Twitter oder Google Plus.

Kategorien
GadgetsiPadiPhone